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Katasterblatt mit Einzeichnung der Grenze der bürgerspitälischen Waldabteilungen
Die Rolle des

Forsts in der Klostergeschichte

Die Wälder und Wiesen der Klöster dienten und dienen Ihnen teilweise auch heute noch der Holz- und Fleischgewinnung, so auch im ehemaligen Benediktinerkloster am Michaelsberg. Dessen beachtlicher Waldbesitz in und um Bamberg prägt seither in verschiedenen Formen die dortige Landschaft und somit das Leben ihrer Bewohner.

Tretzendorf, der Michelsberger und Weipelsdorfer Wald

Am 07. Mai 1008 erhielt Kaiser Heinrich II. für sein neues Bistum das Gebiet des heutigen Michaelsberger und Weipelsdorfer Waldes, wenige hundert Meter westlich der Klosteranlage gelegen. Dieses Gebiet gab er nach der Gründung 1015 an die Benediktinerabtei St. Michael weiter. Spätestens zu diesem Zeitpunkt begann die intensive Nutzung dieser Flächen aber auch des Gebiets unmittelbar um das Kloster herum – den Abts- und den Michaelsberg. Das Waldgebiet wurde sowohl in Eigenbewirtschaftung genutzt als auch als Lehen ausgegeben. Es diente für die Gewinnung von Holz und Wildfleisch aber auch als Waldweide für Vieh.

In dem Gebiet und bis hin in das Aurach-/ Maintal gehörten auch dem Elisabethenspital, das später mit dem Katahrinenspital in der Bürgerspitalstiftung aufging, Teiche und Waldungen. Im 15. Jahrhundert erfolgte ein gezielter Aufbau der Grundherrschaft, da vorher Land nur durch Schenkungen an das Spital überging. Der erste Förster dort war ab 1489 Hans Hofmann. Die personelle Struktur in den Spitalliegenschaften unterlag ihrer wirtschaftlichen Lage und änderte sich im Laufe der Zeit. Beschäftigt waren beispielsweise Förster, Waldarbeiter, Weinbergsarbeiter und Wiesenhüter.

Dem Katharinenspital wurde 1288 vom Würzburger Bischof Mangold das ganze Zehnt des Ortes Tretzendorf sowie Weingärten bei Iphofen und Teile des Hauptsmoorwaldes zugesprochen. Ausgehend mit Tretzendorf als Zentrum wurde der Landbesitz stetig gemehrt. Zugehörig waren Weingärten und Grundstücke in der Gegend um Breitbrunn, Schönbach, Ebelsbach, Steinbach, Sassendorf aber auch auf dem fränkischen Jura (Tiefenpölz). Auch Äcker und Gärten im Hauptsmoorwald im heutigen Stadtgebiet um den Heidelsteig und Gereuth gelangten durch Schenkungen in den Besitz des Katharinenspitals, wodurch es einen bedeutenden Anteil an der Kultivierung des Gebiets rechts der Regnitz hatte.

Die Pfründungsverträge der Liegenschaften wurden nicht mit Stadtbürgern sondern dort ansässigen Adeligen geschlossen. Durch das Spital selber sind Zahlungen an Amtleute für die Forst- und Seewirtschaft und an Weingartsmänner augezeichnet. Ihre Aufgaben bestanden in der Waldvisite, dem Melden von Freveln, dem Hüten von Vieh und dem Warten, Säubern und Besetzen der Weiher (vor allem in Tretzendorf).

Seit jeher war die Versorgung mit Wasser am Michaelsberg herausfordernd. Eine Wasserleitung, die vom Michelsberger Wald zur Klosteranlage führt, wird bereits in Anfangszeit des Klosters vermutet. Belegbar ist ein Fund einer Leitung aus dem 11. Jahrhundert.
Bischof Otto kümmerte sich um eine Erneuerung und Erweiterung der Leitungen, die künftig beständig fortgeführt wurde. In den nächsten Jahrhunderten wird der Michelsberger Wald weiterhin für den steigenden Bedarf an Frischwasser genutzt. Heute noch ist er Quell für das Wasser des Merkursbrunnens, die damalige Pferdeschwemme und den heutigen unterirdischen Löschteich im Innenhof des Klosters.

Die Grenzen

Die Immunitäts- aber auch die Weidegrenzen wurden durch Husteine markiert und es war festgelegt, wo das Vieh getrieben und gehütet (daher der Begriff Hutstein) werden durfte. Im Laufe der Jahrhunderte wurden die Grenzen neu vermarkt: Am 18. Mai 1725 trafen sich beispielsweise die Beteiligten eines Streits bezüglich des Hutrechts für Schaf- und Kuhherden im Weipelsdorfer Wald. Um erneute Unstimmigkeiten zu vermeiden, wurden die Grenzen gemeinsam beschlossen und insgesamt 17 Steine gesetzt. Auf den Steinen sind Abbildungen von Vieh, das klösterliche Wappen sowie die Jahreszahl zu erkennen. Einige ältere Steine an der Immunitätsgrenze wurden nachträglich mit dem Klosterwappen versehen.

Insgesamt wurden einige hundert Grenzsteine gesetzt, die teils heute noch auffindbar sind und die bis dato gültige Grenze kennzeichnen. Die meisten Steine finden sich auf den Grenzen zwischen dem Stadtgebiet Bamberg und den eingemeindeten Dörfern Wildensorg und Gaustadt. Mit der Säkularisation zu Beginn des 19. Jh. gingen Teile des Waldes in den Staatsbesitz über, heute "Bayerische Staatsforsten".

Das Forsthaus

Weipelsdorf

Das 1899 von Johann Jakob Erlwein, Bamberger Stadtbaurat, im Stil der sogenannten Heimatschutzarchitektur errichtete Forsthaus Weipelsdorf wurde von 2019 bis 2022 generalsaniert. Das denkmalgeschützte Anwesen hat einen gutsähnlichen Charakter, bestehend aus einem Wohngebäude, einem Bürotrakt (Sitz des Forstamts der Stadt Bamberg) sowie entsprechenden Nebengebäuden für die Land- und Forstwirtschaft. Gründe für die Sanierung waren schwere statische Schäden und bauphysikalische Defizite.

Das Sanierungsziel, einen nachhaltigen und nahezu autarken Gebäudebestand zu schaffen, wurde mit der Finalisierung der Außenanlagen im Sommer 2022 errreicht. Neu eingebaut wurden ein Kühl- und Zerwirkraum, um unabhängig von Dienstleistern das in den Wäldern der Bürgerspitalstiftung anfallende Wildbret fachgerechet zerlegen und weiterverwerten zu können. In einem Teil der Scheune wurde 2021 ein kleiner Hofladen eingerichtet, um die Direktvermarktung des Wildbrets unter der Marke "Bamberger Stiftsgarten" zu ermöglichen.

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